+ Poisoned Perfume +
Das schlimmste was dir heute noch passieren kann,
ist du gehst auf die Straße und du triffst einen Mann.
Und er sieht dich auch und dann spricht er dich an,
ob er dich mal irgend woanders treffen kann.
Und dann fängst du an zu stottern und dein Blick wird nebelich,
und dann sagst du so was ähnliches wie "weiß ich nich".
Du stotterst noch ein bisschen und der Typ guckt dich nur an,
und dir wird klar der will ran, der will ran.

Mensch-Mäuschen ist dir nicht klar,
das das vielleicht der Mann deiner Träume war.
Du zitterst total vor schiss,
dabei hättest den am liebsten sofort geküsst.

Poppen ohne Gummi, fahren ohne Gurt,
wenn du eine rauchst wirste angeknurrt.
Alles was Spaß macht ist irgendwie gefährlich,
Leben ist riskant aber Risiko ist herrlich.
Nur wer gar nix hat hat auch nix zu verliern,
dat du glücklich bist kann dir keiner garantiern.
Und wenn du das Gefühl hast du bist Tod bevor du stirbst,
dann wird es zeit das du endlich mal lebendig wirst.

Mensch-Mäuschen ist dir nicht klar,
das das vielleicht die Chance deines Lebens war,
du zitterst total vor schiss,
weil du merkst das du auch nur ein Mäuschen bist.

Wahrscheinlich bist du zu dick, und außerdem zu alt,
und nachts im Bett sind alle beide Füße kalt.
und das letzte mal wos dir so richtig gut gegangen ist,
haste schon vergessen weil der Mensch nun mal vergisst.
Und was machste fürn Theater um jeden neuen Tag,
wenne Mittwoch überlebst,dann ist Donnerstag.
schlafen kannste wenne tod bist, bis dahin kannste küssen,
aber dafür wirste wohl ma ausem haus gehen müssen.

Mensch-Mäuschen ist dir nicht klar,
dat dat leben am ende schon immer tödlich war.
du zitterst total vor schiss,
weile merkst das du auch nur ein Mäuschen bist.

Bitte höre, was ich nicht sage! Laß Dich nicht von mir narren. Laß Dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache, denn ich trage Masken, Masken, die ich fürchte, abzulegen. Und keine davon bin ich. So tun als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde. Aber laß Dich dadurch nicht täuschen. Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich, als sei alles heiter in mir, und so als brauchte ich niemanden. Aber glaub mir nicht! Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist meine Maske. Darunter bin ich, wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und allein. Aber ich verberge das. Ich möchte nicht, daß es jemand merkt. Beim bloßen Gedanken an meine Schwächen bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen.

Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: eine lässige Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Und ich weiß es.

Wenn es jemand wäre, der mich annimmt und mich liebt... Das ist das einzige, das mir Sicherheit geben würde, die ich mir selbst nicht geben kann: daß ich wirklich etwas wert bin. Aber das sage ich Dir nicht. Ich wage es nicht. Ich habe Angst davor.

Ich habe Angst, daß Dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird. Ich fürchte, Du wirst gering von mir denken und über mich lachen. Und Dein Lachen würde mich umbringen. Ich habe Angst, daß ich tief drinnen in mir nichts bin, nichts wert, und daß Du das siehst und mich abweisen wirst.

So spiele ich mein Spiel, mein verzweifeltes Spiel: eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen. Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle Dir alles, was wirklich nichts ist, und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit; deshalb laß Dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit rede.

Bitte höre sorgfältig hin und versuche zu hören, was ich nicht sage, was ich gerne sagen möchte, was ich aber nicht sagen kann. Ich verabscheue dieses Versteckspiel, das ich da aufführe. Es ist ein oberflächliches, unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt und spontan sein können, einfach ich selbst, aber Du mußt mir helfen. Du mußt Deine Hand ausstrecken, selbst wenn es gerade das letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Nur Du kannst mich zum Leben rufen.

Jedesmal, wenn Du freundlich und gut bist und mir Mut machst, jedesmal, wenn Du zu verstehen suchst, weil Du Dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel, sehr kleine Flügel, sehr brüchige Schwingen, aber Flügel!

Dein Gespür und die Kraft Deines Verstehens, geben mir Leben. Ich möchte, daß Du das weißt. Ich möchte, daß Du weißt, wie wichtig Du für mich bist, wie sehr Du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin, wenn Du willst.

Bitte, ich wünschte Du wolltest es. Du allein kannst die Wand niederreißen, hinter der ich zittere, Du allein kannst mir die Maske abnehmen. Du allein kannst mich aus meiner Schattenwelt, aus Angst und Unsicherheit befreien, aus meiner Einsamkeit.

Übersieh mich nicht. Bitte übergeh mich nicht! Es wird nicht leicht für Dich sein. Die langandauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern. Je näher Du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück. Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie. Aber man hat mir gesagt, daß Liebe stärker sei als jeder Schutzwall und darauf hoffe ich.

Wer ich bin, willst Du wissen? Ich bin jemand, den Du sehr gut kennst und der Dir oft begegnet.




 

 

Spiegel

Sie lächelt dich an
siehst sie
umrahmt von silbernen Chrom
weißt
sie heißt Du.

Lächelnd
blickt sie dich an
jede bewegung
von dir verfolgt
recht - links
fratzen - tränen
zeigt sie dir
Schausielerin
ganz und gar.

Unter der Haut
verborgen jedoch
tausend Geheimnsse der Seele
schade
dass man Seelen
nicht spiegeln kann.

Die Arche noah im 21. Jahrhundert

Noah und die Verwaltung -- Probleme mit der Bürokratie

Nach vilen Jahren sah Gott wieder einmal auf die Erde. Die Menschen waren verdorben und gewaltätig und er beschloss, sie zu vertilgen.

Er sprach zu Noah: "Noah, bau mir eine Arche aus Zedernholz, so wie damals. Die Menschen haben nichts dazu gelernt. Du aber gehe mit deiner Frau, deinen Söhnen und deren Frauen in die Arche und nimm von allen Tieren zwei mit, je ein Männchen und ein Weibchen." Noah stöhnte auf; musste das denn schon wieder sein? Wieder 40 Tage und 150 unbequeme Tage auf dem Wasser ohne Fernsehen! Aber Noah war gehorsam und versprach, alles genauso zu tun, wie Gott ihm aufgetragen hatte.

"Noah", rief der Herr, "Noah, wo ist meine Arche?" Noah blickte zum Himmel und sprach: "Herr, sei mir gnädig!" Da trocknete Noah seine Tränen und sprach: "Als erstes beantragte ich beim Landkreis eine Baugenehmigung. Die dachten zuerst, ich wollte einen extravaganten Schafstall bauen. Die kamen mit der Ausgefallenen Bauform nicht zurecht, denn an einen Schiffbau wollten sie nicht glauben. Die Baugenehmigung wurde mir zunächst abgelehnt, weil eine Werft in einem Wohngebiet planungsrechtlich unzulässig sei. Im Moment geht es um die Frage, ob die Arche feuerhemmende Türen, eine Sprinkleranlage und einen Löschwassertank benötige. Auf den Hinweis, ich hätte im Ernstfall genug Löschwasser, glaubten die Beamten, ich wollte mich über sie lustig machen. Die Bezirksregierung teilte mir telefonisch mit, ich könnte ja gern ein Schiff bauen, müsste aber selbst zusehen, wie es zum nächsten größeren Fluss käme. Mit dem Bau eines Sperrwerks könnte ich nicht rechnen, nachdem der Ministerpräsident zurückgetreten sei.

Die Suche nach dem Zedernholz habe ich eingestellt. Libanesische Zedern dürfen nicht mehr eingeführt werden. Als ich deshalb im Wald Bauholz beschaffen wollte, wurde mir das Fällen von Bäumen unter Hinweis auf das Landeswaldgesetz verweigert. Außerdem sollte ich erst eine Ersatzaufforstung nachweisen. die angeheuerten Zimmerleute versprachen mir schließlich, für das notwendige Holz selbst zu sorgen. Weil wir uns aber nicht einig wurden, kam es zu einer Urabstimmung und zum Streik. Herr, weißt du eigentlich, was Handwerker heute verlangen?

Seit ich zwei Tiger und zwei Schafe von der Notwendigkeit ihres gemeinsamen und friedlichen Aufenthaltes bei mir überzeugt hatte, meldete sich der örtliche Tierschutzverein und rügte die artwiedrige Haltung. Und mein Nachbar klagte, weil er auch die Eröffnung eines Zoos für geschäftsschädigend hält. Herr, ist dir eigentlich klar, dass ich auch nach der Europäischen Tierschutztransportverordnung eine Genehmigung brauche? Dir ist natürlich auch bewusst, dass ich die 43 Vorschriften der Binnenmarkt--Tierschutzverordnung bei dem Transport der Kanninchen strikt beachten muss. Meine Rechtsanwälte prüfen gerade, ob diese Vorschrift auch für Hasen gelten. Ein Umweltschützer von Greenpeace erklärte mir, dass ich Gülle, Exkremente und Stallmist nicht im Wasser entsorgen darf. Vor zwei Wochen hat sich das Oberkommando der Marine bei mir gemeldet und von mir eine Karte der künftigt überfluteten Gebiete erbeten.

Da hört der Regen auf, der Himmel klarte. Noah blickte auf und lächelte. "Herr, du wirst die Erde doch nicht zerstören" -- Da sprach der Herr: " Darum sorge ich mich nicht mehr, das schafft schon eure Verwaltung!"







+ Startseite + Über... + Gästebuch + Kontakt + Archiv + Abonnieren + Miris Blog +
+ Bilder + Texte Videos+

+ Designed by + Picture + Host +
Gratis bloggen bei
myblog.de